Monthly Archive for June, 2008

Recursive DNS Lookups bei Schweizer Firmen

Es ist Freitag Nachmittag, und die meisten Arbeiten sind erledigt. Viele freuen sich auf das bevorstehende sonnige Wochenende. Was tut also ein normaler Mitarbeiter um den restlichen Nachmittag tot zu schlagen? Er surft im Internet. Spannend wäre es zu wissen, wo die Mitarbeiter bei der Post, dem Schweizer Fernsehen oder der Zurich Versicherung an einem Freitag Nachmittag so herum surfen. Da viele Firmen ihre DNS Server offen betreiben, sprich sie lassen so genannte Recursive DNS lookups zu, ist es kein Problem, dies heraus zu finden.

Ich habe also einmal ein bisschen herum gestöbert, welche Nameserver von bekannten Schweizer Firmen welche Domains kennen (=Domains, welche von den Mitarbeiter besucht worden waren).

  dns1.post.ch leo.srg-ssr.ch ns1.ringier.ch ns.zurich.com
www.google.ch
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de.facebook.com
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de.netlog.com
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www.myspace.com
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www.studivz.neet
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www.swissquote.ch
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irc.bluewin.ch
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www.partyguide.ch
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de.euro2008.uefa.com
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www.playit.ch
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feeds.feedburner.com
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ad.ch.doubleclick.net
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webmessenger.msn.com
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Hmm spannend. Das google.ch und ad.ch.doubleclick.net bei jedem DNS-Server bekannt sind verwundert nicht. Spannend sind jedoch Private Websites wie facebook.com, netlog.com, studivz.net sowie playit.ch. So weit so gut. Interessant und Gefährlich wird es aber bei den folgenden Domains:

  leo.srg-ssr.ch ns1.ringier.ch ns.zurich.com
yourporn.com
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windowsup.microsoft.com  
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jetdbs.com    
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updatead.com    
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Sieht so aus als ob einige Mitarbeiter bei der SRG SSR / Schweizer Fernsehe sich nicht davor scheuen, während der Arbeit Webseiten mit pornografischem Inhalt zu konsumieren. Ausser der Webseite www.yourporn.com habe ich auch noch andere “Schmudel” Websites bei Zurich und Ringier gefunden, auf welche ich hier jedoch aus anstand nicht näher eingehen will.
Wie man ebenfalls der Tabelle entnehmen kann, ist es möglich mit recrusive lookups an sensible Informationen zu kommen. Ein paar Beispiele:

  • Kennt ein DNS Server windowsupdates.microsoft.com kann ich sicher sein, dass in dem Firmennetzwerk Windows Rechner stehen.
  • Kennt ein DNS Server z.B. die Webseite db-local.clamav.net oder update.nai.com, weiss ich sofort, was für ein Virenschutz auf den Clients/Server im Netzwerk installiert ist. Somit kann ich (wenn ich ein böser Bube wäre) meine Malware so schreiben, dass diese von dem verwendetem Virenschutz nicht erkannt wird.
  • Ebenfalls interessant ist die Abfragen der RBLs; Ich möchte wissen, was für eine RBL in einer Firma verwendet wird, um Spam Mails heraus zu filter. Ich frage also einfach nach, ob der DNS Server Adressen wie bl.spamcop.net, sbl.spamhaus.org & Co kennt.
  • Natürlich ist es auch möglich heraus zu finden, mit welchen Firmen die Angestellten E-Mail Verkehr haben. Anstatt einem A Lookup mache ich einfach ein MX Lookup auf die entsprechende Domain. Kennt ein DNS-Server den MX-Record der angefragten Domain, hat mit Sicherheit ein Mitarbeiter mindestens einmal eine E-Mail an ein Empfänger bei dieser Domain gesendet (Voraussetzung ist natürlich, dass der Mail-Server der Firma den angefragten DNS-Server benützt).

    Erschrocken hat mich die Antwort des DNS Server der Zurich Versicherung, als ich diesen auf die Domains jetdbs.com & updatead.com geprüft habe. Der Nameserver gab mir auf beide Domains eine Antwort. Die beiden Domains werden mittels IFRAME auf gehackte Webseiten eingebunden und versuchen so eine Lücke im Adobe Flash Player auszunutzen. Wir wissen nun also, dass ein Mitarbeiter bei Zurich (unwissend) eine gehackte Webseite besucht hatte und sich möglicherweise mit einem Trojaner infiziert hat.

    Fazit

    Das Erlauben von recursive lookups aus dem WWW auf die Firmeneigenen DNS Server scheint auf den ersten Blick nicht sehr kritisch. Bei zweitem Blick fällt jedoch auf, dass mit solchen lookups eine menge an Informationen beschafft werden können. Da jedoch jeder aus dem Internet die Nameserver verwenden kann, lässt sich nicht zu 100% bestätigen, dass z.B. tatsächlich ein Mitarbeiter der SRG SSR eine schmudel Webseite besucht hat. Andererseits ist die Gegenfrage, wer sonst im WWW einen DNS-Server von der SRG-SRR verwenden sollte, durchaus berechtigt, da 99.9% der Internet User den DNS-Server des Proivders oder einen alternativen DNS-Server verwenden.

    Scam: “your computer was infected our spyware”

    Heute habe ich nicht schlechte geschaut, also ich folgendes E-Mail in meinem Postfach fand:

    From: lampas34@gmail.com
    Subject: your computer was infected our spyware

    Hello,

    Glad to inform you that four month ago your computer was infected our spyware, we had full access to your computer during that time. We have complete your adress book, all logins and passwords for “dirty sites” where you rigistered. We had record form you webcam, incredible! Your hands may be better than hooker? ok about deals, in 48 hours that video and screen shots will send to whole your contact group. To prevent that funny actions and to delete spyware form you pc you can reach us by this e-mail: lampas34@gmail.com and you will get instructions what to do. We recomend you to write e-mail in 24 hours to avoid promlems and maintenance and in this case we can garranty that we will not send it to your friends. This letter and furher actions will be done automaticly via hi-tech software from china servers. Just write to e-mail:lampas34@gmail.com and get instructions so, back accounting start right now.

    Natürlich habe ich der angegebenen E-Mail Adresse “lampas34@gmail.com” sofort eine E-Mail geschrieben um zu erfahren, was ich machen muss, damit der böse Hacker mein “schmutziges Video” nicht veröffentlicht. Das Mail ist in sehr schlechtem englisch verfasst. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es einige Empfänger dieser E-Mail beim Lesen kalt den Rücken herunter lief. Deshalb hier die Entwarnung: Es handelt sich um E-Mail Betrug (engl. Scam). Die Absender sind nicht wirklich in euren Computer eingedrungen, sondern versuchen nur mit dieser billigen Masche an euer Geld zu kommen.

    Das Mail erinnert mich an die Geschichte mit der hübschen Russin, welche mich gerne besucht hätte (Siehe Post “Auf der Spur Russischer Betrüger”). Es würde mich nicht wunder, wenn hinter dieser Mail die gleichen Kriminellen stecken wie hinter der Masche mit dem Russischen Mädchen.

    UPDATE 6.6.08

    Der E-Mail Account des Betrügers scheint gesperrt worden zu sein:

    Final-Recipient: lampas34@gmail.com
    Action: failed
    Status: 5.2.1
    Diagnostic-Code: smtp;550 5.2.1 The email account that you tried to reach is disabled.



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