Archive for the 'Security Advisory' Category

Recursive DNS Lookups bei Schweizer Firmen

Es ist Freitag Nachmittag, und die meisten Arbeiten sind erledigt. Viele freuen sich auf das bevorstehende sonnige Wochenende. Was tut also ein normaler Mitarbeiter um den restlichen Nachmittag tot zu schlagen? Er surft im Internet. Spannend wäre es zu wissen, wo die Mitarbeiter bei der Post, dem Schweizer Fernsehen oder der Zurich Versicherung an einem Freitag Nachmittag so herum surfen. Da viele Firmen ihre DNS Server offen betreiben, sprich sie lassen so genannte Recursive DNS lookups zu, ist es kein Problem, dies heraus zu finden.

Ich habe also einmal ein bisschen herum gestöbert, welche Nameserver von bekannten Schweizer Firmen welche Domains kennen (=Domains, welche von den Mitarbeiter besucht worden waren).

  dns1.post.ch leo.srg-ssr.ch ns1.ringier.ch ns.zurich.com
www.google.ch
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de.facebook.com
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de.netlog.com
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www.myspace.com
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www.studivz.neet
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www.swissquote.ch
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irc.bluewin.ch
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www.partyguide.ch
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de.euro2008.uefa.com
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www.playit.ch
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feeds.feedburner.com
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ad.ch.doubleclick.net
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webmessenger.msn.com
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Hmm spannend. Das google.ch und ad.ch.doubleclick.net bei jedem DNS-Server bekannt sind verwundert nicht. Spannend sind jedoch Private Websites wie facebook.com, netlog.com, studivz.net sowie playit.ch. So weit so gut. Interessant und Gefährlich wird es aber bei den folgenden Domains:

  leo.srg-ssr.ch ns1.ringier.ch ns.zurich.com
yourporn.com
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windowsup.microsoft.com  
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jetdbs.com    
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updatead.com    
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Sieht so aus als ob einige Mitarbeiter bei der SRG SSR / Schweizer Fernsehe sich nicht davor scheuen, während der Arbeit Webseiten mit pornografischem Inhalt zu konsumieren. Ausser der Webseite www.yourporn.com habe ich auch noch andere “Schmudel” Websites bei Zurich und Ringier gefunden, auf welche ich hier jedoch aus anstand nicht näher eingehen will.
Wie man ebenfalls der Tabelle entnehmen kann, ist es möglich mit recrusive lookups an sensible Informationen zu kommen. Ein paar Beispiele:

  • Kennt ein DNS Server windowsupdates.microsoft.com kann ich sicher sein, dass in dem Firmennetzwerk Windows Rechner stehen.
  • Kennt ein DNS Server z.B. die Webseite db-local.clamav.net oder update.nai.com, weiss ich sofort, was für ein Virenschutz auf den Clients/Server im Netzwerk installiert ist. Somit kann ich (wenn ich ein böser Bube wäre) meine Malware so schreiben, dass diese von dem verwendetem Virenschutz nicht erkannt wird.
  • Ebenfalls interessant ist die Abfragen der RBLs; Ich möchte wissen, was für eine RBL in einer Firma verwendet wird, um Spam Mails heraus zu filter. Ich frage also einfach nach, ob der DNS Server Adressen wie bl.spamcop.net, sbl.spamhaus.org & Co kennt.
  • Natürlich ist es auch möglich heraus zu finden, mit welchen Firmen die Angestellten E-Mail Verkehr haben. Anstatt einem A Lookup mache ich einfach ein MX Lookup auf die entsprechende Domain. Kennt ein DNS-Server den MX-Record der angefragten Domain, hat mit Sicherheit ein Mitarbeiter mindestens einmal eine E-Mail an ein Empfänger bei dieser Domain gesendet (Voraussetzung ist natürlich, dass der Mail-Server der Firma den angefragten DNS-Server benützt).

    Erschrocken hat mich die Antwort des DNS Server der Zurich Versicherung, als ich diesen auf die Domains jetdbs.com & updatead.com geprüft habe. Der Nameserver gab mir auf beide Domains eine Antwort. Die beiden Domains werden mittels IFRAME auf gehackte Webseiten eingebunden und versuchen so eine Lücke im Adobe Flash Player auszunutzen. Wir wissen nun also, dass ein Mitarbeiter bei Zurich (unwissend) eine gehackte Webseite besucht hatte und sich möglicherweise mit einem Trojaner infiziert hat.

    Fazit

    Das Erlauben von recursive lookups aus dem WWW auf die Firmeneigenen DNS Server scheint auf den ersten Blick nicht sehr kritisch. Bei zweitem Blick fällt jedoch auf, dass mit solchen lookups eine menge an Informationen beschafft werden können. Da jedoch jeder aus dem Internet die Nameserver verwenden kann, lässt sich nicht zu 100% bestätigen, dass z.B. tatsächlich ein Mitarbeiter der SRG SSR eine schmudel Webseite besucht hat. Andererseits ist die Gegenfrage, wer sonst im WWW einen DNS-Server von der SRG-SRR verwenden sollte, durchaus berechtigt, da 99.9% der Internet User den DNS-Server des Proivders oder einen alternativen DNS-Server verwenden.

    Passwort klau bei Swisscom Mobile Xtra-Zone

    Jeder Jugendliche unter 26 Jahren wird sie kennen: Die Swisscom Mobile Xtra-Zone (www.xtrazone.ch). Der Dienst bietet für alle Jugendliche unter 26 Jahren 500 Gratis SMS / MMS im Monat sowie eine Chat Möglichkeit mit anderen Members an. Auch ich nutze den Dienst täglich und habe heute ein Leck im Anmelde Script entdeckt. Somit lassen sich ziemlich einfach die Login Informationen wie Handynummer und Passwort auslesen.

    Peinlich für die Swisscom, denn es ist nicht das erste Mal dass bei ihr erhebliche Sicherheitsmängel auftreten. Bereits im November 2007 sowie im Januar 2008 machte ich auf eine XSS-Lücke bei swisscom.com sowie einen offenen DNS Server aufmerksam (Die Probleme sind inzwischen behoben).

    Für das Login bei der Xtra-Zone (Link) wird die Handynummer sowie ein Passwort verlangt. Die Authentifizierung geschieht über HTTPS (SSL) und scheint somit sicher zu sein. Doch der Schein trügt:

    www.swisscom-mobile.ch/selfreg/SelfRegistration?uri=/youth/…

    Wir sehen am Ende der URL die Variable “uri”, welche für URL steht. Diese Variable wird ungenügend überprüft und somit kann dort irgendeine URL steht:

    Nach einem Klick auf “Weiter” übermittelt das Login die vom Client gesendete POST Anfragen weiter an die URL, welche hinter dem Parameter “uri” steht. Somit lassen sich sämtliche Login Informationen auslesen:

    isiwebuserid=0791234567&isiwebpasswd=dasistmeinpasswort

    Ein Angreifer muss also dem Opfer einen präparierten Link zukommen lassen und schon hat er die benötigten Login Daten. Um euch das Problem vor Augen zu führen habe ich ein Script programmiert, welches die Login Daten abfängt und anzeigt:

    09.05.2008 – Demo Link offline, da die Schwachstelle mittlerweile behoben wurde

    Die Sicherheitslücke wurde Swisscom mitgeteilt. Nun ist zu hoffen, dass Swisscom dieses Leck auch möglichst schnell schliesst.

    UPDATE 25.04.2008

    Datum: Fri, 25 Apr 2008 10:14:36 +0200
    Betreff: Passwort klau bei Swisscom Mobile Xtra-Zone

    Hallo

    Vielen Dank für Deine Mitteilung. Wir haben die Sache geprüft und leiten Massnahmen ein, um die Schwachstelle zu beheben.

    Swisscom (Schweiz) AG
    Security SCS
    Hardturmstrasse 3
    CH-8037 Zürich
    Internet: http://www.swisscom.com

    UPDATE 09.05.2008

    Schwachstelle wurde durch Swisscom behoben.




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